Cyberangriffe abwehren: Fraunhofer IPT bietet Security-Check für KMU

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Cyberangriffe: Wie groß das Risiko im Einzelfall wirklich ist und wie wirksam getroffene Schutzmaßnahmen bei 28 untersuchten Unternehmen bereits sind, beschreibt ein neues Whitepaper des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT aus Aachen.
Cyberangriffe abwehren

Quelle: Fraunhofer IPT

Mit der wachsenden Verbreitung und Vernetzung der IT in allen Arbeitsbereichen vom Büroarbeitsplatz bis in die Maschinenhalle wächst auch die Gefährdung durch Cyberangriffe. In einer weitgehend vernetzten Produktion sind Maschinen und Anlagen, Netzwerk- und Computertechnik verschiedener Generationen in einer gemeinsamen IT-Umgebung miteinander verknüpft. Doch während es für die gängigen Betriebssysteme in der Unternehmens-IT regelmäßige Sicherheitsupdates gibt, bleiben Maschinen in der Regel mehrere Jahrzehnte weitgehend unverändert im Einsatz und werden dadurch leicht angreifbar. Nicht selten sitzt die Gefahrenquelle sogar vor der Tastatur. Die Folge: Schadsoftware, Exploitkits und Insider-Angriffe bedrohen das gesamte Unternehmensnetzwerk.

Wenige Schutzvorkehrungen gegen Cyberangriffe von außen und innen

Kaum ein Unternehmen ist ausreichend auf die Bedrohung vorbereitet, wie eine Untersuchung des Fraunhofer IPT mit 28 Unternehmen verschiedener Industriezweige und Größe zeigt. Kein einziges der untersuchten Unternehmen erfüllt alle Anforderungen der Cybersecurity. Doch während knapp der Hälfte der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden zumindest eine teilweise Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Cybersecurity bescheinigt werden kann, erreicht die Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen nicht einmal diese Marke.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung stellen die Aachener Forscher nun in ihrem Whitepaper »Cybersecurity in der vernetzten Produktion« vor. Darin stellen sie auch fest: Unternehmen gehen sehr unterschiedlich mit dieser Bedrohungslage um. Während große Unternehmen eigens Experten für IT-Sicherheit einstellen können, fällt diese Aufgabe in kleinen Unternehmen bestenfalls dem IT-Support zu.

Doch nicht nur die eigene Organisation, sondern auch das Verhalten der Maschinenhersteller macht produzierenden Unternehmen das Leben schwer: Während PC-Komponenten einem aktiven Patch-Management unterliegen, liefern die Anbieter für SPS-Steuerungen in der Regel keine aktiven Sicherheitsupdates und kommunizieren auch nicht, wie Maschinen und Anlagen im Netzwerk zu überwachen sind. Der eigene Maschinenpark wird so für Unternehmen zur Blackbox, auf deren Sicherheit und Integrität blind vertraut werden muss. Begünstigt wird dieser Mangel dadurch, dass es keine einheitlichen Normen und Gesetze für die IT-Sicherheit von Produktionsanlagen gibt.

Production Security Readiness Check: Wie sicher ist die Produktion?

Für die Untersuchung hat das Forschungsteam des Fraunhofer IPT den »Production Security Readiness Check«, kurz: PSRC, entwickelt. Den Test stellt es nun auch weiteren Unternehmen, die nicht an der Untersuchung teilgenommen haben, zur Verfügung. Mit Unterstützung des intuitiv nutzbaren Fragebogens und eines begleitenden Interviews sollen auch kleine und mittlere produzierende Unternehmen ihr aktuelles Sicherheitsniveau besser einschätzen und Verbesserungen erkennen und umsetzen können. Der Test kann von produzierenden Unternehmen jeder Branche, Struktur und Größe genutzt werden. Er besteht aus neun Teilgebieten, die jene Themen abbilden, die für einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz betrachtet werden müssen. Dabei konzentriert sich der PSRC auf die Einführung und das Management von Methoden zur Sicherung der Unternehmens-IT, der Betriebstechnik und der Umgebungen, in denen beide eingesetzt werden.

Hier geht es zum Whitepaper.

Lesen Sie auch: Cybersicherheit: Die 4 größten Bedrohungen für europäische Unternehmen

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