Automatisierung: Diese Gründe treiben die Nachfrage in der Corona-Krise an

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Automatisierung: Diese Gründe treiben die Nachfrage in der Corona-Krise an

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Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland sieht in der eigenen Unternehmensorganisation erhebliche Defizite bei der Effizienz, zeigt eine neue Studie von Sopra Steria. Jedes zweite Unternehmen möchte durch Automatisierung und bessere Produktqualität vorhandene Lücken schließen.
Automatisierung

Quelle: PopTika/Shutterstock

  • Automatisierungsboom: Investitionen in moderne Lösungen helfen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie.
  • Wie eine neue Umfrage von Sopra Steria zeigt, erwartet jeder zweite Entscheider ein starkes Wachstum bei der Automatisierung.
  • 60 Prozent der Unternehmen treiben die Automatisierung von Prozessen voran.

Wie die neue Studie „Potenzialanalyse Operative Effizienz“ von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut ergeben hat, treiben sechs von zehn Unternehmen Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten wie auch die Automatisierung von Prozessen voran. Für die Studie wurden 323 Entscheider sowie Führungskräfte und Spezialisten aus verschiedenen Branchen befragt.

Automatisierung: Effizienzgewinne in der Wertschöpfungskette

Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Effizienz ist ein Dauerthema für Unternehmen – durch die weltweite Corona-Pandemie verstärkt sich der Druck. Die ökonomischen Auswirkungen sind enorm. Effizienzgewinne in Form von Einsparungen und Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette werden daher für viele Unternehmen noch wichtiger, um die Auswirkungen der Krise zu meistern.

Schon vor der Corona-Pandemie mit ihren drastischen Folgen hatte sich die Konjunktur deutlich abgekühlt. Akute Handelskonflikte sowie politische Krisenherde haben Aktienmärkte in Unruhe gebracht und Absatzchancen geschmälert. Die zu Jahresbeginn von Instituten und der Bundesregierung gestellte Prognose zur Wiederbelebung der Konjunktur wurde revidiert. Dafür sorgen neben den aktuellen Entwicklungen die deutlich gestiegenen Arbeitskosten im abgelaufenen Jahr.

Frühzeitige Investitionen in die Automatisierung

In Zeiten von Corona fahren Entscheider zwar zunächst überwiegend auf Sicht. Frühzeitige Investitionen dürften jedoch bei der Bewältigung der Lage helfen und die operative Effizienz perspektivisch noch wichtiger werden. „Zahlreiche Unternehmen haben ihre digitalen Investitionsschwerpunkte strategisch klug gesetzt“, erklärt Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria.

„Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren unter anderem große Summen in Digitalisierung und den Umbau ihrer Geschäftsmodelle investiert. Das kann sich in der Corona-Pandemie positiv auswirken, denn sie beschleunigt jetzt die digitale Transformation. In der folgenden Normalisierungsphase ist zu erwarten, dass sich sichtbare Verbesserungen in Form von neuem Geschäft, schnelleren Abläufen, geringeren Kosten oder vereinfachtem Arbeiten einstellen“, so Krämer weiter.

Automatisierung: Unternehmen fahren mehrgleisig 

Für 41 Prozent der Unternehmen war bereits vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie eine höhere Umsatzrendite im eigenen Unternehmen ein Ziel mit hoher Priorität, so die Studie. Das Personal soll beispielsweise weniger Arbeitszeit mit nicht-wertschöpfenden Aufgaben verbringen. 22 Prozent der Unternehmen wollen die sogenannte Accountability steigern. Jeder zweite befragte Entscheider erwartet einen Automatisierungsboom, auch weil das Potenzial neuer Technologien derzeit nicht ausgeschöpft wird. Sechs von zehn Unternehmen treiben Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten sowie die Automatisierung von Prozessen voran.

Automatisierung
Effizinezgewinne verteilen sich auf das operative Geschäft und interne Dienstleistungen. Quelle: Studie „Potenzialanalyse Operative Effizienz“, Sopra Steria

71 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Zuge ineffiziente Abläufe durch neue ablösen. Jedes zweite geht hierzu methodisch auf Spurensuche, um Effizienzbremser zu beseitigen. „Viele Geschäftsprozesse laufen heute IT-unterstützt ab. Durch Datenspuren ist es viel leichter zu ergründen, wie sich ein Prozess beschleunigen oder der Aufwand reduzieren lässt“, sagt Jens Rohde, Experte für digitales Prozessmanagement bei Sopra Steria Next.

„Wer Arbeitsabläufe frühzeitig digitalisiert und automatisiert hat, verschafft sich bei ad hoc erforderlichen Maßnahmen zur Reorganisation von Prozessen aufgrund der Pandemie mehr Möglichkeiten. Sie können per Fernzugriff oder teilautomatisiert weiterlaufen. Auch die Priorisierung von Ressourcen geht bei transparenten Prozessen deutlich leichter von der Hand“, so Rohde.

Gefordert ist mehr als Digitalisierung und Prozessverbesserungen

Digitalisierung und Prozessverbesserungen sind allerdings nur zwei in einer ganzen Reihe von Maßnahmen: Mehr als jedes zweite Unternehmen stellt die Produkt- und Leistungspalette auf den Prüfstand. Ziele sind eine Vereinheitlichung und ein verstärkt modularer Aufbau. Spartensilos sollen aufgebrochen werden. Outsourcing verliert für bestimmte Aufgaben etwas an Bedeutung. Nearshore- und Offshore-Dienstleister bleiben aber wichtig, wenn sich Alternativen wie Robotic Process Automation (RPA) nicht eignen, beispielsweise beim Auslagern komplexer Prozesse und ganzer Geschäftsbereiche, die nicht Kerngeschäft sind.

„Faktor Mensch“ ist entscheidend

Abseits der klassischen Rationalisierungsprogramme und losgelöst von der Corona-Krise investieren vor allem verarbeitende Industrie sowie öffentliche Verwaltung und Energieversorger bewusst auch in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund jeder dritte Entscheider möchte im normalen Unternehmensalltag den Krankenstand senken. Dieser hatte 2018 mit durchschnittlich 18,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer gemäß dem Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen einen neuen Höchststand erreicht

Um Fehltage zu reduzieren, investieren branchenübergreifend 38 Prozent der Unternehmen und Verwaltungen in das betriebliche Gesundheitsmanagement, bei Behörden und Versorgern sind es 58 Prozent. Dazu gehören beispielsweise Angebote zur Prävention typischer Erkrankungen, aber auch die Entwicklung professioneller Abläufe im Falle von Krisen.

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Bereiche und Technologien, wo Entscheider Effizinezgewinne erwarten. Quelle: Studie „Potenzialanalyse Operative Effizienz“, Sopra Steria

Automatisierung: Mehr Effizienz durch hohe Akzeptanz

 Für zwei von drei Entscheidern ist zudem Wertschätzung ein zentraler Hebel, damit das eigene Unternehmen insgesamt effizienter arbeitet. 40 Prozent wollen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Sie bauen beispielsweise Hierarchien ab, Teams sollen eigenverantwortlicher und damit schneller handeln können. Zudem sollen Abteilungsgrenzen überwunden werden.

„Akzeptanz ist ein entscheidender Faktor für mehr Effizienz. Wenn Unternehmen Abläufe und Teile des Geschäfts automatisieren wollen, müssen sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklären, dass sie auch in Zukunft gebraucht werden, und sie für diese neuen Aufgaben qualifizieren“, sagt Sopra-Steria-CEO Urs M. Krämer. Die Unternehmen haben an dieser Stelle noch viel Arbeit vor sich: Nur 17 Prozent der befragten Entscheider sehen derzeit, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Automatisierung als Entlastung von Routinearbeit wahrnehmen statt als Jobkiller, so die Studie.

Über die Methodik: Die Studie „Potenzialanalyse Operative Effizienz“ von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut gibt die Ergebnisse einer Befragung von 323 Entscheidern und Führungskräften aus den Branchen Finanzdienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung und Versorgung sowie Telekommunikation und Medien im Januar und Februar 2020 wieder. Gefragt wurde, wie Unternehmen und die öffentliche Verwaltung effizienter werden können. Sopra Steria bietet mit Beratung, Digitalisierung und Softwareentwicklung End-to-End-Lösungen, die große Unternehmen und Behörden wettbewerbs- und leistungsfähiger machen sollen. (sg)

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