05.03.2020 – Kategorie: Branchen

Auftragsplus: Maschinenbau startet hoffnungsvoll – aber dann

Auftragsplus, SARS, Coronavirus, MaschinenbauQuelle: Gorodenkoff/Shutterstock

Im Januar hat der deutsche Maschinenbau mit realen Auftragsplus von 7 Prozent zum Vorjahr einen guten Start hingelegt. Warum das kein Grund zur innigen Freude ist.

Das Auftragsplus im Januar sei leider kein Zeichen für eine nachhaltige Konjunkturbelebung, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Für das Plus sind vor allem einige Großaufträge verantwortlich, die im Januar in die Bücher kamen. Wir müssen zudem damit rechnen, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den nun anstehenden Berichtsmonaten deutlich in den Orderzahlen widerspiegeln werden“.

Trotz Auftragsplus: EU-Nachfrage schwächelt

Besonders positiv schlugen im Januar die Bestellungen aus dem Inland zu Buche (plus 11 Prozent), aber auch aus den Nicht-Euro-Ländern erhielten die Maschinenbauer 8 Prozent mehr Orders. Aus den Euro-Partnerländern wurden dagegen 4 Prozent weniger Aufträge verzeichnet. Insgesamt legten die Auslandsbestellungen damit zu Jahresbeginn um 5 Prozent zu.

Im Drei-Monats-Zeitraum November 2019 bis Januar 2020 wurden insgesamt 5 Prozent weniger Aufträge verbucht (Inland minus 3 Prozent, Ausland minus 6 Prozent). Aus den Euro-Ländern kamen 8 Prozent weniger Orders, aus dem Nicht-Euro-Raum waren es 5 Prozent weniger Bestellungen.

Wie es der Corona-Virus schafft, Lieferketten zu stören

Die Produktionsausfälle in China aufgrund des Corona-Virus werden wohl, Stand heute auch im deutschen Maschinenbau für Einbußen sorgen. China ist nicht nur der zweitwichtigste Abnehmer von deutschen Maschinen. Die Volksrepublik war 2019 im Gegenzug auch für Deutschland wichtigster ausländischer Lieferant von Maschinen, Komponenten und Teilen. „Wir müssen mit Einschränkungen entlang der Lieferketten von China nach Deutschland rechnen”, lautet die Erwartung des VDMA-Chefvolkswirts.

Was hat das mit dem Umsatz zu tun?

Die VDMA-Volkswirte kommen in einer aktuellen Analyse zum Ergebnis, dass rund ein Viertel aller Vorleistungen des deutschen Maschinenbaus aus dem Ausland kommen. Der chinesische Wertschöpfungsanteil allein dürfte inzwischen rund 3 bis 4 Prozent erreicht haben.

„Das erscheint auf den ersten Blick gering. Doch die globalen Wertschöpfungsketten sind eng verzahnt. Fehlen einzelne Schlüsselkomponenten, wie beispielsweise eine in China hergestellte hochspezifische Steuerungseinheit, kommt es, sofern keine anderen Lieferanten einspringen können, zu einer gravierenden Störung im Produktionsablauf. Am Ende kann das dazu führen, dass eine Maschine nicht an den Kunden ausgeliefert werden kann“, erläuterte Wiechers.


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