Acht Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von IIoT im Mittelstand

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GFT hat in Kooperation mit der Hochschule Karlsruhe acht Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von IIoT-Anwendungsfällen in Industrieunternehmen identifiziert.
Acht Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von IIoT im Mittelstand

Quelle: everything possible/shutterstock

Viele Industrieunternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Wertschöpfungskette und ihr Geschäftsmodell digital zu transformieren. Ein wichtiges Anwendungsfeld ist dabei das industrielle Internet der Dinge (IIoT). Die Einführung von IoT-Anwendungen in produzierenden Unternehmen wird jedoch meistens durch die Auseinandersetzung mit einer fachfremden Materie und den Aufbau eines komplexen Ökosystems unterschiedlicher Beteiligter erschwert. Eine Checkliste von acht Erfolgsfaktoren kann hier helfen.

Autor: Konstantin Reich, GFT Smart Technology Solutions GmbH

Der Bedarf an modernen Vernetzungslösungen, Remote-Arbeitsmöglichkeiten und Cloud-Lösungen ist groß – das zeigen nicht zuletzt die Probleme, vor denen viele produzierende Unternehmen im Angesicht der Corona-Krise stehen. Die Umsetzung und Einführung bedarf jedoch einer Vielzahl unterschiedlicher Kompetenzen, die oftmals in mittelständischen Unternehmen nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind. Das bedeutet in der Folge: Zusätzlich zur fachlichen Unsicherheit muss der Unternehmer eine Vielzahl externer Partner koordinieren.  Viele lassen sich von dieser Komplexität abschrecken, bevor sie sich überhaupt im Detail damit auseinandergesetzt haben.

IIoT-Ökosystem am Beispiel von Fernwartung.

Erfolgsfaktoren führen zu verbessertem ROI des IIoT-Anwendungsfalls

Im Rahmen einer Forschungskooperation mit der Hochschule Karlsruhe, konkret mit dem Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) von Professor Steffen Kinkel, konnte GFT acht Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von IIoT-Anwendungsfällen in mittelständischen produzierenden Unternehmen identifizieren, aus denen sich eine Handlungsempfehlung für künftige Implementierungsprojekte ableiten lässt. Auf diese Weise ist es möglich den Umsetzungsprozess von IIoT-Anwendungsfällen bei Kunden unter leistungsorientierten Gesichtspunkten zu betrachten und den Return on Invest (ROI) durch eine effiziente Umsetzung positiv zu beeinflussen.


Die Erfolgsfaktoren

  1. Gesamtheitliches Verständnis für IIoT-Potenziale auf Anwenderseite
  2. Verankerung von IIoT in der Unternehmensstrategie
  3. Anwendungsfall-Orientierung
  4. Hohe Umsetzungsgeschwindigkeit
  5. Dauerhaftes Vorhandensein von ausreichenden Ressourcen mit IIoT-Kompetenz
  6. Anwenderfreundlichkeit des IIoT-Systems
  7. Prozessanalyse in der Planungsphase
  8. Technische Infrastrukturprüfung auf IIoT-Fähigkeit

  1. Zu Beginn sollte der Faktor des gesamtheitlichen Verständnisses für IIoT-Potenzialen auf Anwenderseite beachtet werden. Dieses Verständnis ist erforderlich, um das volle Potenzial von IIoT für ein Unternehmen und dessen interne und externe Interdependenzen zu überblicken.
  2. Das gesamtheitliche Verständnis für Potenziale dient gleichsam als Fundament für die Verankerung von IIoT in der Unternehmensstrategie. Die Einführung kann nur erfolgreich bewältigt werden und alle Potenziale ausschöpfen, wenn sich das Unternehmen streng darauf fokussiert und dem Vorhaben eine strategische Legitimation erteilt. Dann ist auch ein langfristiges, inkrementelles Vorgehen möglich.
  3. Gleichwohl darf eine strategische Priorisierung von IIoT nicht dazu führen, dass der Erfolgsfaktors der Anwendungsfall-Orientierung vernachlässigt wird. Ab der Initiierungsphase sollte eine konkrete Nutzenperspektive erarbeiten werden, die beschreibt, wie die Anwendungsfall-Orientierung im Verlauf des Projekts stets erhalten bleibt. Aufgrund eines verbesserten Komplexitätsverständnisses und einer höheren Mitarbeiterakzeptanz kann dieses Vorgehen großen Einfluss auf die Produktivität der Umsetzung haben. Zusätzlich unterstützt eine konkrete Nutzenperspektive die Festlegung von Teilzielen, die sich auf einen spezifischen Anwendungsfall oder die langfristige IIoT-Strategie beziehen können.
  4. Auch der Erfolgsfaktor einer hohen Umsetzungsgeschwindigkeit wird durch eine Anwendungsfall-Orientierung unterstützt und sollte ab der Anfangsphase berücksichtigt werden. Ein hohes Tempo verkürzt die Planungs- und Konzeptionsphase und reduziert im besten Fall den Komplexitätsgrad. Somit kann schneller sichtbarer Nutzen generiert und Überzeugung für die Technologie geschaffen werden. Es besteht hier jedoch die Gefahr, dass eine zu hohe Geschwindigkeit die Qualität und Ausgereiftheit der IIoT-Lösungen negativ beeinflusst. Deshalb sollte ein konstanter Abgleich zwischen der Schnelligkeit und den Qualitätskriterien des Anwendungsfalls vorgenommen werden.
  5. Des Weiteren stellt auch das dauerhafte Vorhandensein von ausreichenden Ressourcen mit IIoT-Kompetenz einen Erfolgsfaktor dar. Hat das betreffende Unternehmen nicht genügend Ressourcen, sollten diese intern aufgebaut oder durch externe Partner oder Kooperationen erzielt werden. Die Entscheidungen die Ressourcen zu verstärken, sollte bereits in der Initiierungsphase erfolgen. Zwischen dem Aufbau von unternehmensinternen IIoT-Kompetenzen, dem gesamtheitlichen Verständnis für die IIoT-Potenziale und der strategischen Fokussierung bestehen dabei starke Wechselwirkungen.
  6. Darüber hinaus ist die Anwenderfreundlichkeit des IIoT-Systems ein extrem erfolgsbestimmender Einflussfaktor auf die Umsetzung von IIoT-Anwendungsfällen. Es empfiehlt sich, die mit IIoT einhergehende Komplexität soweit wie möglich vom Anwender fern zu halten und ihm eine intuitiv zu bedienende Anwendung zur Verfügung zu stellen. Das hat Auswirkung auf die Akzeptanz der IIoT-Anwendung und kann den Bedarf an neuen Fachkräfte verringern.
  7. Einen weiteren Erfolgsfaktor stellt die Prozessanalyse in der Planungsphase dar. Sie ist aufgrund der Interdependenzen von IIoT-Anwendungen mit verschiedenen Prozessen in der Wertschöpfungskette relevant. Werden diese Prozess- und Parameterabhängigkeiten sichtbar gemacht, kann das die Produktivität in der Umsetzung maßgeblich steigern und zusätzliche Anwendungsfälle aufzeigen. So begünstigt eine Prozessanalyse in der Planungsphase auch die Anwendungsfall-Orientierung und eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit. Zusätzlich sollten durch die aufgezeigten Abhängigkeiten die Prozesse im gesamten Unternehmen an IIoT angepasst werden.
  8. Bei aller Planung und Prozessanalyse darf zuletzt ein entscheidender Erfolgsfaktor nicht vergessen werden: die technische Infrastrukturprüfung auf IIoT-Fähigkeit. Oftmals besteht die Prämisse, dass IIoT-Anwendungen an eine bereits vorhandene Infrastruktur angeschlossen werden müssen. Dafür gibt es inzwischen viele mögliche Lösungen, selbst Altmaschinen, Werkzeuge oder Transportfahrzeuge lassen sich heute problemlos in IIoT-Szenarien integrieren. Wie genau es um die IIoT-Fähigkeit der vorhandenen Infrastruktur steht, sollte möglichst früh überprüft werden, um in der Folge zu analysieren, wie sich das Aufwand-Nutzen-Verhältnis für das IIoT-einführende Unternehmen gestaltet.
Wann die Erfolgsfaktoren wirken können.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Fragestellung, welche Potenziale ein Unternehmen mit IIoT als erstes erschließen und wie es dabei vorgehen sollte, ist in der Regel komplex und ohne ausreichende Erfahrung nicht zu beantworten. Folglich bringt die Einführung von IIoT-Anwendungen hohe Herausforderungen mit sich – wird aber gleichzeitig immer notwendiger, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit den identifizierten Erfolgsfaktoren lassen sich Komplexität und Unsicherheit reduzieren. Sie stellen sicher, dass zur richtigen Zeit in der Umsetzung die richtigen Fragen gestellt, die wichtigsten Key Points bedacht und unvorhergesehene Aspekte aufgedeckt werden. Dabei nehmen sie besonderen Einfluss auf die leistungsorientierten Aspekte einer Umsetzung wie zeitliche Dauer, Kosten und Effizienz einer Umsetzung. Die betrachteten acht Faktoren unterstützen Industrieunternehmen somit, den Weg der digitalen Transformation erfolgreich zu meistern und ihr Potenzial vollständig auszuschöpfen.

Quellen:

Bullinger, H.-J. und ten Hompel, M. (2007). Intert der Dinge. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag.

Demary, V., Engels, B., Röhl, K.-H. und Rusche, C.. (2016). Digitalisierung und Mittelstand:

Eine Metastudie. IW Analysen, Institut der deutschen Wirtschaft. Reihe 109.

https://www.mhp.com/de/unternehmen/studien#!download-der-studien (Abgerufen am 16.03.2020)

https://www.pcwelt.de/a/wenn-autos-lernen-allein-zu-fahren-ein-kritischer-blick-auf-digitalisierte-mobilitaet,3446799

Weiterlesen auf Digital Engineering Magazin: 5 Tipps zur Datensicherheit von Augmented-Reality-Lösungen

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